Schluss mit dem Verschachern von deutschen Atombrennstäben nach Belgien

Zur Meldung, dass das belgische Atomkraftwerk Tihange mit Brennstäben aus dem stillgelegten Atomkraftwerk Lingen (Niedersachsen) beliefert wird, erklärt Jutta Blatzheim-Roegler, Anti-Atompolitische Sprecherin der GRÜNEN Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz:

„Dass 68 Brennelemente aus dem stillgelegten Atomkraftwerk Lingen nach Tihange exportiert wurden, ist ein unglaublicher Vorgang und ein Schlag  gegen die  Städteregion Aachen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, die mittlerweile gegen Tihange klagen. Die Menschen in der Region um Aachen und den angrenzenden Bundesländern müssen sich doch echt verschaukelt fühlen. Einerseits zeigt sich Umweltministerin Barbara Hendricks besorgt wegen der vielen Risse im Reaktordruckbehälter, andererseits versorgt sie ein grenznahes Atomkraftwerk mit Brennstäben aus Deutschland. Ich fordere die  Bundesregierung auf, dieser fragwürdigen Art der „kerntechnischen Entsorgung“  schnellstmöglich Einhalt zu gebieten.“
Hintergrund:
Belgien hat am Standort Tihange 2 den Reaktor wieder in Betrieb genommen, der zuvor aus Alters- und Sicherheitsgründen stillgelegt worden war. Anfang März 2017 hatte der rheinland-pfälzische Ministerrat beschlossen, einer zweiten Klage der Städteregion Aachen gegen Belgien beizutreten. Bereits im  März 2016 hatten Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bei der EU Beschwerde gegen den Weiterbetrieb der umstrittenen Atomkraftwerke eingelegt. Das AKW Tihange liegt nur etwa 75 Kilometer von der rheinland-pfälzischen Landesgrenze entfernt.

Dr. Claudius Ruch
stv. Pressesprecher

Tel.: 06131 / 208 3129
Claudius.Ruch@gruene.landtag-rlp.de

Bereitschaftsdienst: 0176 11122050